Bergkristall

Der Stein der Klarheit

Bergkristall gehört zu den Quarzen und wird eher selten als klarer Kristall gefunden. Sein Name geht auf das griechische „krystallos“ zurück, was schlicht Eis bedeutet. Nach antiker Vorstellung handelte es sich bei diesem Gestein um eine Art tiefgefrorenes Eis, das nicht mehr auftauen konnte. Auf Grund der Verallgemeinerung des Begriffs Kristall kam dann erst viel später der Vorsatz „Berg-“ hinzu, was eine genauere Differenzierung erlaubte. Schon wegen seinem vielfältigen Vorkommen gehört Bergkristall zu den bekanntesten und sagenumworbensten Edelsteinen in allen Kulturen unserer Welt. So verehrten die Indianer die heiligen Kristalle als Schutzsteine vor allem Bösen. Die Buddhisten suchten bei der Meditation mit den Kristallen ihre Erleuchtung und die Römer sahen im klaren Quarz den Sitz der Götter, welche ihnen Mut und Weisheit verliehen.

Wirklich klarer Bergkristall kann nur aus einer sehr reinen Kieselsäure-Lösung ohne Fremdbeimengung entstehen. Dazu bedarf es optimale Wachstumsbedingungen wie entsprechenden Druck, Temperatur und Mineralstoffangebot, welche über einen sehr langen Zeitraum konstant sein müssen. Verändern sich diese Bedingungen, legt der Bergkristall eine Wachstumspause ein. Mitunter lagern sich dann auf den Kristallflächen andere Stoffe ab und kristallisieren ihrerseits. Wächst der Bergkristall dann später weiter, umschließt er diese Kristalle und wir sehen dann so wunderbare Einlagerungen wie Rutilquarz, Turmalinquarz, Phantomquarz, Lodolith und viele, viele andere! Solche Wachstumspausen können schon mal ein paar Millionen Jahre andauern… Warum das so ist, konnte bisher nicht geklärt werden.

Bergkristalle findet man weltweit. Optimale Bedingungen mit den schönsten Kristallen fanden sich dazu besonders in den Alpen, Brasilen, Arkansas, Madagaskar und dem Himalaja. Der Bergkristall bildet dabei bis zu meterhohe Kristalle in Gängen, Klüften und Drusen.

Geschätzt wegen seiner Eigenschaften wird Bergkristall gerne als Schmuckstein verarbeitet. Aber auch Ziergegenstände wie Kelche, Schalen, Pokale wurden früher aus großen Kristallen gefertigt und besaßen einen unvorstellbaren Wert. Wer heute ein Schloss besucht, wird häufig auf eine alte Sammlung von Gefäßen aus Bergkristall stoßen, welche auf die Vermögensverhältnisse seines Besitzers schließen lässt. Man stelle sich dazu vor, wie schwer es ist einen großen, klaren Kristall zu finden und diesen dann in ein Pokal umzuformen!

Als Heilstein wird Bergkristall gerne wegen seiner harmonisierenden und reinigenden Eigenschaften eingesetzt. Dies soll besonders der Vorbeugung gegen Ablagerungen in Adern, Blutgefäßen und Herzkranzgefäßen dienen. Schon Hildegard von Bingen setzte ihn gegen Geschwüre und zur Verbesserung des Augenlichts ein. Überliefert ist auch, das Bergkristall ein gebräuchliches Heilmittel bei Verdauungsbeschwerden, Übelkeit und Durchfall war. Als Energiestein soll er störende Energien ablenken und vermittelt damit Ruhe und Harmonie.

Als Kristall in der Rohform ist Bergkristall ganz klar zu bestimmen. In geschliffener Form ist er aber mit zahlreichen Mineralien und Glas verwechselbar. Sogenannter „rekonstruierter Bergkristall“ ist eine Glasimitation und hat nichts mit dem eigentlichen Gestein zu tun. Bergkristall lässt sich nicht pressen oder schmelzen!

Vorkommen: Weltweit, die wichtigsten Vorkommen befinden sich in Brasilien, Arkansas, Madagaskar und den Alpen
Mineralogie: Siliciumdioxid, Mohshärte 7